Business Central On-Premises: Preiserhöhung ab Oktober 2026
Microsoft hat für Oktober 2026 umfassende Preisanpassungen für Dynamics 365 Business Central On-Premises sowie ältere Dynamics NAV Subscription-Modelle angekündigt. Unternehmen, die weiterhin auf ein lokales ERP-System setzen, sollten diese Änderungen frühzeitig berücksichtigen und ihre Strategie entsprechend überprüfen.
Welche Preisänderungen treten für Business Central On-Prem ab Oktober 2026 in Kraft?
Ab dem 1. Oktober 2026 gelten folgende Anpassungen:
- Preiserhöhung von 10 % für Dynamics 365 Business Central und Dynamics-NAV-Subscriptions
- Anpassung der Umrechnungsfaktoren zum US-Dollar im Rahmen einer globalen Preisharmonisierung
Zusätzlich treten ab dem 6. Oktober 2026 weitere Anpassungen in Kraft. Die Gebühr des Enhancement Plans erhöht sich von 20 % auf 21 %. Ausnahme ist SQL Runtime, diese bleibt unverändert. Die Anpassung gilt jeweils ab dem nächsten Verlängerungsdatum (Renewal Date) nach dem 6. Oktober 2026.
Was bedeutet Microsofts On-Prem-Preispolitik für Unternehmen?
Die Preissteigerungen im Bereich Dynamics 365 Business Central On-Premises führen zu steigenden laufenden Kosten für Unternehmen, die weiterhin auf lokale Installationen setzen. Neben den Lizenzkosten müssen zudem weiterhin folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Investitionen in Hardware und Infrastruktur
- Wartung und Betrieb der Systeme
- IT-Ressourcen für Updates und Sicherheit
Der Microsoft Enhancement Plan, kurz EHP genannt, ist ein jährlicher Wartungs‑ und Pflegevertrag für Dynamics 365 Business Central On‑Premises sowie frühere Dynamics-NAV-Kunden mit Kauflizenzen (Perpetual).
Ziel des Enhancement Plans ist es:
- Investition in die Lizenz abzusichern
- den Zugriff auf neue Versionen zu garantieren
- Updates, Hotfixes und gesetzliche Anpassungen bereitzustellen
- den Produkt‑Lebenszyklus von Microsoft einzuhalten
Der Enhancement Plan bietet:
- Recht auf neue Versionen von Dynamics 365 Business Central (lizenzrechtlich)
- Updates und gesetzliche Anpassungen (Hotfixes, Sicherheit, Steuern)
- Zugriff auf Microsoft‑Ressourcen (CustomerSource, Doku, Self‑Service)
- Preisschutz der Lizenz (Protected List Price)
Nicht enthalten ist darin die technische Durchführung von Upgrades. Diese Leistung ist kostenpflichtig und wird meistens von einem Microsoft Partner durchgeführt.
Der Enhancement Plan wird als Prozentsatz des ursprünglichen Lizenzlistenpreises berechnet. Dieser liegt aktuell bei 20 % und steigt ab dem 6. Oktober 2026 auf 21 %.
Beispiel:
Ursprünglicher Microsoft‑Listenpreis der Lizenz: 50.000 €
Aktueller Enhancement‑Plan: 20 %
50.000 € × 20 % = 10.000 € pro Jahr
Die Erhöhung des Enhancement-Plan-Prozentsatzes wird jeweils erst zum nächsten Verlängerungsdatum des Vertrags wirksam, auch wenn Microsoft zwischenzeitlich Preisänderungen vornimmt. Voraussetzung dafür ist, dass der Enhancement Plan ohne Unterbrechung aktiv bleibt.
- Keine neuen Versionen
- Keine Updates oder Sicherheitsfixes
- Kein rechtlicher Anspruch auf Upgrade
- Probleme bei Cloud‑Migration oder Lizenzwechsel
- Lizenz „friert“ technisch und rechtlich ein
- Ein späterer Wiedereinstieg ist meist teurer, da Nachzahlungen oder Neuverhandlungen notwendig werden
Fazit: Steigende Kosten als Entscheidungstreiber in Richtung Cloud
Die angekündigten Preisanpassungen machen deutlich, dass Microsoft den Fokus zunehmend auf die SaaS-Welt legt. Unternehmen sollten diese Entwicklung zum Anlass nehmen, ihre bestehende ERP-Strategie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob ein Wechsel in die Cloud langfristig nicht sowohl kosteneffizienter als auch zukunftssicherer ist.
Für Organisationen, die mit speziellen IT-, Sicherheits- oder Compliance-Anforderungen zu tun haben, bleibt Dynamics 365 Business Central On-Premises auch weiterhin die erste Wahl.